Es war wohl einer der interessantesten Termine, den wir kürzlich mit Ernst hatten. Ernst ist Geschäftsführer eines kleinen Handwerkbetriebs. Er wusste nicht, dass er sich mit uns unterhalten wird. Dafür hat sein Sohn gesorgt.

Das Problem

Ernst ist alteingesessen. Sein Betrieb hat schon viel, viel bessere Zeiten erlebt. Ernst steht kurz vor der wohlverdienten Pension und möchte in fünf Jahren sein Unternehmen an seinen Sohn Hannes weitergeben. Hannes befürchtet jedoch, dass bis dahin der Betrieb nicht mehr existieren wird, denn Neukunden sind keine in Sicht, die bisherigen Aufträge werden rar und Ernst hält nichts von Marketing-Maßnahmen, also von Werbung. Und Ernst ist nach wie vor der Chef. Punkt!

Das Gespräch

„I brauch ka Werbung. Kost nua Göd und bringt nixi“ – irgendwie hatten wir bei dieser Begrüßung das Gefühl, dass Ernst nicht so wirklich mit uns reden wollte. Das nahmen wir fast schon persönlich. Erst auf die ausdrückliche Bitte seines Sohnes war es dann soweit. Hannes schilderte seine Ängste . „Na guat, dann inserier I hoid in a Werbung im Bezirksblattl. Vo mir aus“, meine Ernst. Hannes bat uns im Vorfeld, einige Möglichkeiten inkl. der anfallenden Kosten auszuarbeiten, die wir dann gemeinsam durchsprachen.

Werbung muss Zielgruppe erreichen

Ernst teilt uns mit, dass er sich keine großartige Werbung leisten könne (Natürlich ist „teuer“ subjektiv, aber wir wären für eine Erklärung sehr dankbar, warum „Werbung“ und „teuer“ relativ häufig gleichgesetzt werden. Dem gehen wir auf alle Fälle nach). Seit Jahren wirft sein Betrieb nicht viel Gewinn ab. Wir präsentierten ihm unsere Vorschläge – Hannes hat uns im Vorfeld natürlich darum gebeten. Ernst war anfänglich noch skeptisch, willigte aber letztendlich ein. Gemeinsam definierten wir die Zielgruppe, arbeiteten Produkte aus, sondierten den Markt und entwickelten gemeinsam eine Strategie. Sein Sohn wird sich künftig, noch vor der Übergabe und während seines Studiums, dem Marketing annehmen, denn es braucht viel Engagement, dies alles umzusetzen.

Wir wünschen Ernst und Hannes auf ihrem künftigen Weg alles Gute. Danke, dass wir hier über euch berichten durften, wenn auch mit zwei kleinen Änderungen.